Die Efeutute vermehren gelingt am einfachsten mit Stecklingen: Schneide ein 10 bis 15 Zentimeter langes Triebstück mit zwei bis drei Knoten etwa einen Zentimeter unter dem untersten Knoten ab, stell es mit dem Knoten ins Wasserglas oder steck es in feuchte Erde. Bei 20 bis 25 Grad und hellem Licht bilden sich nach etwa zwei bis vier Wochen die ersten Wurzeln. Am besten klappt das von März bis August.
Damit die Ableger kräftig wachsen, lohnt sich eine gesunde Mutterpflanze. Wie du sie das ganze Jahr gut versorgst, liest du im Ratgeber Efeutute pflegen. Hier geht es Schritt für Schritt um das Vermehren: Wo du schneidest, welche Methode zu dir passt, wann die Stecklinge in Erde umziehen und was du tust, wenn es einmal hakt.
Falls du noch keine Mutterpflanze hast: Alle Sorten findest du in unserer Kategorie Efeutute, zum Beispiel die klassische Efeutute als Hängepflanze oder die weiß-grün marmorierte Efeutute Marble Queen.
Ableger, Steckling, Absenker: Was ist was?
Im Alltag sagen viele "Ableger" zu jedem Stück Efeutute, das Wurzeln bilden soll. Gärtner unterscheiden genauer:
- Steckling: Ein abgeschnittenes Triebstück, das im Wasser oder in Erde Wurzeln bildet. Das ist die häufigste Methode.
- Kopfsteckling: Die Triebspitze mit zwei bis drei Blättern. Sie wächst nach dem Bewurzeln direkt weiter.
- Teilsteckling: Ein Stück aus der Mitte einer Ranke mit einem Blatt und einem Knoten. Aus einer langen Ranke bekommst du so gleich mehrere Pflanzen.
- Absenker: Ein Trieb, der an der Mutterpflanze bleibt und erst abgetrennt wird, wenn er Wurzeln gebildet hat.
Alle drei Wege führen zuverlässig zum Ziel. Welcher für dich der richtige ist, zeigt der Vergleich weiter unten.
Der beste Zeitpunkt zum Vermehren
Am besten vermehrst du deine Efeutute im Frühjahr und Sommer, also etwa von März bis August. In dieser Zeit ist die Pflanze im Wachstum, es ist hell und warm, und die Stecklinge bilden schneller Wurzeln. Im Herbst und Winter funktioniert es grundsätzlich auch, es dauert dann aber oft deutlich länger. Ein warmer, heller Platz mit mindestens 20 Grad hilft in der kühleren Jahreszeit sehr. Ein Platz direkt über der Heizung ist dagegen zu trocken, ein Fensterbrett daneben passt besser.
Ein guter Anlass ist der Rückschnitt. Wenn du lange oder kahle Triebe einkürzt, hast du automatisch passendes Material für neue Pflanzen. Wie du dabei vorgehst, wie stark du kürzen kannst und wo du an der Mutterpflanze ansetzt, erklärt der Ratgeber Efeutute schneiden.
Efeutute Ableger: Wo schneiden?
Die wichtigste Frage beim Vermehren ist, wo genau du schneidest. Entscheidend ist der Knoten, Fachleute sagen auch Nodium dazu. Das ist die leicht verdickte Stelle am Trieb, an der ein Blatt ansetzt. Genau hier sitzen die Anlagen für neue Wurzeln und neue Triebe. Ein Stück Trieb ohne Knoten bildet keine Wurzeln, auch wenn es lange grün bleibt.
An vielen Knoten siehst du außerdem kleine braune Höcker oder kurze Fortsätze. Das sind Luftwurzeln. Mit ihnen klettert die Efeutute in der Natur an Baumstämmen nach oben. Für dich sind sie ein praktisches Zeichen: Wo eine Luftwurzel sitzt, wachsen im Wasser oder in Erde besonders schnell neue Wurzeln. Deshalb gelingt das Efeutute vermehren mit Luftwurzel besonders zuverlässig.
So findest du die richtige Schnittstelle:
- Wähle einen gesunden, kräftigen Trieb mit sattgrünen Blättern. Triebe, die gerade frisch austreiben, sind meist etwas weich. Ein Stück, das schon ein paar Wochen alt ist, bewurzelt sich sicherer.
- Suche einen Abschnitt von etwa 10 bis 15 Zentimetern mit zwei bis drei Knoten, möglichst mit sichtbaren Luftwurzeln.
- Schneide etwa einen Zentimeter unterhalb des untersten Knotens, den du am Steckling behalten möchtest.
- Lass am Steckling ein bis drei Blätter stehen. Mehr Blätter verdunsten viel Wasser, das der Steckling ohne Wurzeln noch nicht nachliefern kann.
An der Mutterpflanze bleibt dabei ein Stück Trieb stehen. Damit es sauber weiterwächst, kürzt du es knapp über dem nächsten Knoten ein. Dort treibt die Efeutute neu aus und verzweigt sich oft sogar.
Nimm eine saubere, scharfe Schere oder ein Messer und wisch die Klinge vorher mit etwas Alkohol ab. Glatte Schnittstellen bewurzeln sich besser als gequetschte. Die Efeutute enthält einen Pflanzensaft, der empfindliche Haut reizen kann. Mit Handschuhen bist du auf der sicheren Seite. Mehr dazu erfährst du im Artikel Ist die Efeutute giftig?
Übrigens kannst du auch von einer Efeutute am Moosstab Stecklinge nehmen. Gerade die oberen Triebe, die über den Stab hinauswachsen, eignen sich gut. Sie haben oft schon kräftige Luftwurzeln und bewurzeln sich schnell.
Wasser oder Erde: Welche Methode passt zu dir?
Für die Efeutute funktionieren alle Methoden gut. Die Unterschiede liegen im Aufwand und darin, was dir Spaß macht:
- Wasserglas: Du siehst die Wurzeln wachsen und erkennst Probleme sofort. Ideal für Einsteiger. Später steht noch der Umzug in Erde an.
- Direkt in Erde: Die Wurzeln wachsen gleich im späteren Substrat, die Umstellung fällt weg. Du siehst den Fortschritt aber erst an neuen Blättern.
- Absenker: Am sichersten, weil der Ableger bis zum Schluss von der Mutterpflanze versorgt wird. Du brauchst dafür etwas Platz neben der Pflanze und ein paar Wochen Geduld.
Methode 1: Efeutute im Wasserglas vermehren
Das Wasserglas ist die beliebteste Methode, weil du jeden Fortschritt sehen kannst.
- Entferne das Blatt am untersten Knoten, damit es nicht im Wasser steht und fault.
- Fülle ein Glas mit zimmerwarmem Wasser. Abgestandenes Leitungswasser reicht, kalkarmes Wasser oder Regenwasser ist noch etwas besser.
- Stelle den Steckling hinein. Der Knoten mit der Luftwurzel liegt unter Wasser, die Blätter bleiben darüber. Bei schmalen Gläsern halten mehrere Stecklinge sich gegenseitig.
- Stelle das Glas hell und warm auf, aber ohne pralle Sonne. Ein Ost oder Westfenster ist ideal.
- Wechsle das Wasser alle paar Tage, spätestens nach einer Woche. Bei Wärme lieber öfter. So bleibt es frisch und sauerstoffreich.
- Nach etwa zwei bis vier Wochen zeigen sich die ersten weißen Wurzeln.
Ein durchsichtiges Glas ist praktisch, weil du die Wurzeln beobachten kannst. Algen bilden sich darin allerdings schneller. Wenn du das Wasser regelmäßig wechselst und das Glas kurz ausspülst, bleibt alles sauber. Ein Glas aus braunem oder grünem Glas bremst die Algen zusätzlich.
Methode 2: Stecklinge direkt in Erde setzen
Du kannst den Steckling auch ohne Umweg über das Wasser direkt in Erde setzen. Der Vorteil: Die Wurzeln wachsen gleich in dem Material, in dem die Pflanze später lebt.
- Fülle einen kleinen Topf mit Abzugsloch mit Anzuchterde oder einer Mischung aus Grünpflanzenerde und etwas Perlite. Anzuchterde ist nährstoffarm, das regt die Wurzeln an, sich auszubreiten.
- Entferne das unterste Blatt und stecke den Steckling so tief in die Erde, dass mindestens ein Knoten bedeckt ist.
- Drücke die Erde leicht an und gieß sie an.
- Halte die Erde gleichmäßig leicht feucht. Sie sollte sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm.
- Bei trockener Heizungsluft hilft eine durchsichtige Haube oder ein Gefrierbeutel mit ein paar Luftlöchern. Lüfte dann täglich kurz, damit sich kein Schimmel bildet.
Ob der Steckling Wurzeln gebildet hat, merkst du daran, dass er neue Blätter schiebt oder einem leichten Zug Widerstand leistet. Meist ist das nach drei bis sechs Wochen der Fall.
Methode 3: Absenker, die sanfteste Variante
Beim Absenker bleibt der Trieb an der Mutterpflanze, während er Wurzeln bildet. Das ist besonders sicher, weil der Ableger die ganze Zeit versorgt wird.
- Stelle einen kleinen Topf mit Erde neben deine Efeutute. Alternativ nutzt du eine freie Stelle im Topf der Mutterpflanze, dann wird diese gleich dichter.
- Lege eine lange Ranke so darüber, dass ein Knoten mit Luftwurzel auf der Erde aufliegt.
- Fixiere den Trieb an dieser Stelle mit einer Haarnadel, einem gebogenen Draht oder einem kleinen Stein.
- Halte die Erde leicht feucht.
- Sobald der Knoten Wurzeln gebildet hat und neue Blätter schiebt, trennst du die Verbindung zur Mutterpflanze knapp über der Erde mit einer sauberen Schere. Das dauert meist einige Wochen.
Wann setzt du die Ableger in Erde?
Bei Stecklingen aus dem Wasserglas ist der richtige Moment gekommen, wenn die Wurzeln etwa zwei bis fünf Zentimeter lang sind. Lässt du sie viel länger im Wasser, gewöhnen sie sich stark an das Leben im Glas, und die Umstellung fällt ihnen schwerer.
Setze den Steckling in einen kleinen Topf mit lockerer Grünpflanzenerde und einem Abzugsloch. Ein Topf mit 9 bis 12 Zentimetern Durchmesser reicht für den Anfang. Geh dabei behutsam mit den Wurzeln um, sie brechen leicht. In den ersten zwei bis drei Wochen gießt du etwas häufiger als sonst, damit sich die feinen Wasserwurzeln an die Erde gewöhnen. Danach pflegst du die junge Pflanze wie eine erwachsene und gießt erst, wenn die obersten zwei bis drei Zentimeter Erde trocken sind. Düngen kannst du nach etwa vier bis sechs Wochen, sobald neue Blätter wachsen. Wenn sie ihren Topf später gut durchwurzelt hat, hilft dir der Ratgeber Efeutute umtopfen weiter.
Mehrere Stecklinge in einen Topf für eine buschige Pflanze
Eine einzelne Efeutute wächst zunächst mit einem oder wenigen Trieben. Wenn du eine dichte, buschige Pflanze möchtest, setzt du einfach mehrere bewurzelte Stecklinge zusammen in einen Topf. Für einen Topf mit 12 Zentimetern Durchmesser passen drei bis fünf Stecklinge gut. Verteile sie gleichmäßig und setze einige auch an den Rand, damit die Ranken später rundum herabhängen.
Das funktioniert auch mit deiner bestehenden Pflanze. Wenn sie oben kahl wirkt, steckst du zusätzliche Ableger in die vorhandene Erde. So wird sie nach und nach wieder voller. Eine fertig buschige Pflanze für den Start ist unsere klassische Efeutute (Epipremnum Aureum), die mit ihren grün-gelben Ranken auch in der Kategorie Hängende Zimmerpflanzen zu finden ist.
Typische Probleme beim Vermehren
Der Steckling bildet keine Wurzeln
Prüfe zuerst, ob der Steckling einen Knoten hat. Ein einzelnes Blatt mit Stiel bildet manchmal zwar Wurzeln, eine neue Pflanze wächst daraus aber nicht. Ist ein Knoten vorhanden, fehlt meist Wärme oder Licht. Ein hellerer Platz und Temperaturen über 20 Grad bringen die Bewurzelung oft in Gang. Im Winter brauchst du einfach mehr Geduld, sechs Wochen und länger sind dann normal.
Der Steckling fault
Wird der Trieb unten weich, braun oder riecht das Wasser unangenehm, ist Fäulnis im Spiel. Schneide den fauligen Teil bis ins gesunde, feste Gewebe ab, spüle das Glas aus und stelle den Steckling in frisches Wasser. Achte darauf, dass keine Blätter im Wasser stehen. In Erde hilft ein lockeres, durchlässiges Substrat, das nur leicht feucht gehalten wird.
Die Blätter werden gelb
Ein gelbes Blatt am frischen Steckling ist oft normal, weil der Trieb seine Kraft in die Wurzeln steckt. Werden mehrere Blätter gelb, hilft dir der Artikel Efeutute gelbe Blätter bei der Ursachensuche.
Der Steckling welkt nach dem Umsetzen in Erde
Wasserwurzeln brauchen ein paar Tage, um sich an die Erde zu gewöhnen. Leichtes Hängenlassen in der ersten Woche ist deshalb normal. Halte die Erde in dieser Zeit gleichmäßig feucht und stelle den Topf hell, aber ohne direkte Sonne auf. Nach ein bis zwei Wochen richtet sich der Steckling meist wieder auf.
Häufige Fragen zum Efeutute vermehren
Kann ich die Efeutute aus einem einzelnen Blatt vermehren?
Ein Blatt allein reicht nicht. Es kann zwar Wurzeln bilden, treibt aber keine neuen Blätter aus. Der Steckling braucht immer ein Stück Trieb mit mindestens einem Knoten, denn nur dort entstehen neue Wurzeln und Triebe. Dasselbe gilt für eine abgeschnittene Luftwurzel ohne Triebstück.
Wie lange dauert es, bis Wurzeln wachsen?
Im Frühjahr und Sommer siehst du im Wasserglas nach etwa zwei bis vier Wochen die ersten Wurzeln. In Erde und im Winter kann es länger dauern.
Brauche ich Bewurzelungspulver?
Bei der Efeutute ist das nicht nötig. Sie bewurzelt sich von allein sehr zuverlässig, besonders wenn am Knoten schon eine Luftwurzel sitzt.
Kann ich den Steckling dauerhaft im Wasser lassen?
Die Efeutute kann eine Weile im Wasser leben, wächst dort aber meist schwächer, weil ihr Nährstoffe fehlen. Für eine kräftige Pflanze setzt du sie besser in Erde.
Kann ich die Efeutute aus Samen ziehen?
Das ist im Zimmer praktisch nicht möglich. Die Efeutute blüht bei uns so gut wie nie und bildet deshalb auch keine Samen. Stecklinge sind der übliche und einfachste Weg.
Funktioniert das auch mit Marble Queen und Cebu Blue?
Ja, alle Efeututen und auch die verwandte Art Epipremnum pinnatum vermehrst du auf dieselbe Weise. Stark panaschierte Sorten wie die Marble Queen wachsen etwas langsamer und brauchen dafür einen besonders hellen Platz. Nimm bei ihnen Stecklinge, die auch grüne Blattanteile haben, denn rein weiße Triebe können kaum Energie für neue Wurzeln bilden.
Mit einer gesunden Mutterpflanze, einem Knoten am Steckling und etwas Wärme gelingt das Efeutute vermehren fast von selbst. Wenn du eine passende Pflanze für deine ersten Ableger suchst, schau dir alle Sorten in unserer Kategorie Efeutute an.
