Gummibaum schneiden: So wird dein Ficus buschig und schön

Kennst du das Problem? Du hast dir vor ein paar Jahren einen kleinen Gummibaum gekauft und mittlerweile stößt er fast an die Decke. Oder vielleicht sieht dein Exemplar auch eher aus wie ein langer, dünner Ast, der nur ganz oben ein paar Blätter hat.

Dann ist es Zeit für einen mutigen Schnitt. Viele trauen sich nicht an ihre grünen Lieblinge heran, weil sie Angst haben, etwas kaputtzumachen. Aber wir können dich beruhigen. Der Ficus elastica ist extrem robust. Ein richtiger Rückschnitt schadet ihm nicht nur nicht, er regt ihn sogar zu neuem Wachstum an. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du deine Zimmerpflanzen in Form bringst und wie du durch gezieltes Gummibaum schneiden erreichst, dass sie sich wunderschön verzweigen.

Der beste Zeitpunkt zum Gummibaum schneiden

Auch wenn es dir in den Fingern juckt, solltest du nicht einfach drauflos schnippeln. Wenn du deinen Gummibaum schneiden möchtest, ist der ideale Zeitpunkt das zeitige Frühjahr, also etwa Februar oder März.

Warum gerade dann? Ganz einfach. Nach der winterlichen Ruhephase erwachen auch pflegeleichte Zimmerpflanzen zu neuem Leben. Die Tage werden länger und die Pflanze mobilisiert ihre Kräfte für den Austrieb. Wenn du jetzt zur Schere greifst, nutzt der Gummibaum diese Energie, um die Wunde schnell zu verschließen und kräftig neu auszutreiben. Würdest du im Winter den Gummibaum schneiden, könnte der Trieb lange kahl bleiben oder sogar zurücktrocknen.

Vorbereitung beim Gummibaum schneiden: Achtung klebrig

Der Gummibaum trägt seinen Namen völlig zu Recht. In seinem Inneren fließt ein weißer Milchsaft, der Latex enthält. Sobald du beim Gummibaum schneiden die Rinde verletzt, quillt dieser Saft hervor. Und wir sagen dir aus Erfahrung: Dieser Saft klebt fürchterlich.

Bevor du anfängst, solltest du deinen Arbeitsplatz großflächig mit Zeitungspapier auslegen. Wenn der Saft auf den Teppich oder das Parkett tropft, bekommst du ihn kaum wieder weg. Zieh dir außerdem Handschuhe an, da der Saft die Haut reizen kann. Lege dir ein scharfes Messer oder eine Gartenschere bereit, die du vorher gereinigt hast. Ein sauberer Schnitt ist wichtig, damit keine Keime in die Wunde gelangen.

Anleitung: Gummibaum schneiden für mehr Verzweigung

Die meisten Leute wollen ihren Gummibaum schneiden, weil er entweder zu hoch oder zu kahl ist. In beiden Fällen ist das Ziel oft, dass er sich verzweigen und buschiger werden soll.

Schau dir den Stamm genau an. Du siehst dort kleine Kerben oder Verdickungen, meistens dort, wo früher mal ein Blatt saß. Das sind die sogenannten schlafenden Augen. Aus diesen Punkten kann ein neuer Trieb wachsen.

  1. Die Höhe bestimmen: Überlege dir, wie hoch der Baum sein soll.
  2. Der Schnitt: Setze die Schere wenige Zentimeter über einem solchen Auge oder einem Blatt an.
  3. Kappen: Schneide den Stamm glatt durch.
  4. Blutung stillen: Tupfe den austretenden Milchsaft vorsichtig mit einem Tuch und lauwarmem Wasser ab, bis es aufhört zu tropfen.

Wenn du beim Gummibaum schneiden den Haupttrieb kappst, nimmst du der Pflanze die Spitze. Das klingt gemein, führt aber dazu, dass sie ihre Energie nun in die seitlichen Augen steckt. Oft treibt der Gummibaum dann an zwei oder drei Stellen unterhalb des Schnitts neu aus. So wird aus dem einzelnen Stab mit der Zeit ein buschiger Baum.

Resteverwertung nach dem Gummibaum schneiden

Auf keinen Fall wegwerfen! Was du da gerade in der Hand hältst, ist pures Gold für Pflanzenfans. Der Teil, der beim Gummibaum schneiden abfällt, ist der perfekte Steckling.

Du kannst ihn ganz einfach nutzen, um deine Sammlung zu vergrößern. Wie genau das funktioniert und wie du ihn bewurzelst, haben wir dir Schritt für Schritt in unserem Artikel über Gummibaum vermehren erklärt. Es wäre doch schade um das schöne Stück Pflanze.

Die richtige Pflege nach dem Gummibaum schneiden

Dein Ficus hat jetzt erst mal einen kleinen Schock, den er verdauen muss. Nach dem schneiden braucht er viel Licht, um die Energie für den Neuaustrieb zu produzieren. Stell ihn an einen hellen Platz ohne direkte Mittagssonne.

Da er durch den Verlust der Blätter weniger Masse versorgen muss, braucht er in den ersten Wochen auch etwas weniger Wasser. Prüfe die Feuchtigkeit der Erde genau. Apropos Erde: Wenn du schon dabei bist, kannst du ihm auch gleich frisches Substrat gönnen. Eine hochwertige und lockere Gummibaum Erde hilft ihm enorm dabei, sich zu regenerieren und gesunde Wurzeln zu bilden.

Ein gesunder Gummibaum ist übrigens ein echter Gewinn für dein Raumklima. Er gehört zu den effektivsten luftreinigenden Pflanzen, die wir kennen. Mit dem richtigen Schnitt sorgst du dafür, dass er viele Blätter bildet und diese Arbeit noch besser erledigen kann.

FAQ: Häufige Fragen zum Gummibaum schneiden

Verzweigt sich der Gummibaum immer nach dem Schnitt?

Meistens ja. Wenn du den Gummibaum schneiden tust und die Pflanze gesund ist, wird sie versuchen, den Verlust der Spitze durch Seitentriebe auszugleichen. Manchmal bildet sich nur ein neuer Trieb, oft aber zwei oder mehr.

Kann ich auch alte, verholzte Teile beim Gummibaum schneiden?

Ja, das geht. Der Gummibaum treibt auch aus dem alten Holz wieder aus. Allerdings dauert es hier oft etwas länger, bis sich die neuen Knospen zeigen. Hab einfach etwas Geduld.

Wie bekomme ich den Saft von den Händen?

Falls beim Gummibaum schneiden doch mal etwas Milchsaft auf der Haut gelandet ist, hilft Öl. Reibe die Stellen mit Speiseöl oder Babyöl ein, bevor du sie mit Seife wäschst. Wasser allein richtet gegen das klebrige Latex wenig aus.

Zurück zum Blog