Alocasia vermehren: Die einfache Anleitung für Rhizome und Ableger
Hast du schon einmal Gold in einem Blumentopf gefunden? Falls du eine Alocasia besitzt, stehen die Chancen dafür gar nicht schlecht. Wenn du deine Pflanze im Frühling umtopfst, verbergen sich zwischen den Wurzeln oft kleine knubbelige Knollen. Das sind Rhizome. Aus diesen unscheinbaren Kugeln kannst du ganz einfach neue Pflanzen ziehen.

Alocasien gehören zu den schönsten exotischen Zimmerpflanzen, aber sie sind im Handel oft auch nicht gerade günstig. Das Alocasia vermehren ist daher nicht nur ein spannendes Hobby, sondern schont auch deinen Geldbeutel. Stell dir vor, du machst aus einer einzigen Mutterpflanze fünf neue Babys. In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du deine Alocasia erfolgreich vermehrst und worauf du dabei achten musst.
Alocasia vermehren: Der Unterschied zwischen Rhizomen und Ablegern
Bevor wir zur Tat schreiten, müssen wir kurz klären, womit wir es zu tun haben. Es gibt nämlich zwei Wege zum Glück beim Alocasia Vermehren.
Ein Rhizom ist ein unterirdischer Speicher. Es sieht aus wie eine kleine kugelige Zwiebel ohne Blätter und Wurzeln. Die Pflanze bildet diese als Energiereserve. Sie schlafen sozusagen und warten nur darauf, von dir geweckt zu werden.
Ein Ableger hingegen ist schon einen Schritt weiter. Das ist eine kleine Pflanze, die direkt neben der Mutterpflanze aus der Erde wächst. Sie hat oft schon eigene Blätter und eigene Wurzeln. Die Vermehrung über Ableger geht meist schneller, da die Pflanze nicht erst neu austreiben muss.
Das Zubehör zum Alocasia Vermehren
Du brauchst kein Labor für diesen Vorgang, aber ein paar Utensilien sind hilfreich, damit das Alocasia Vermehren gelingt. Lege dir am besten Folgendes bereit.
- Eine saubere Schere oder ein scharfes Messer
- Einen kleinen Behälter mit Deckel (ein Mini-Gewächshaus oder eine transparente Tupperdose)
- Anzuchtmedium (Sphagnum-Moos, Perlite oder einfach Wasser)
- Desinfektionsmittel für dein Werkzeug
Sauberkeit ist hier extrem wichtig. Da wir eine sehr feuchte Umgebung schaffen, fühlen sich leider nicht nur Pflanzen wohl. Auch Pilze und Schädlinge lieben dieses Klima. Besonders Trauermücken sind lästig, wenn sie ihre Larven in das feuchte Moos legen. Achte also darauf, dass dein Werkzeug und deine Behälter sauber sind.
Methode 1: Alocasia vermehren durch Rhizome
Diese Methode macht am meisten Spaß, weil man sich wie ein Archäologe fühlt. Der beste Zeitpunkt, um so deine Alocasia zu vermehren, ist das Umtopfen im Frühjahr.
Schritt 1: Rhizome ernten
Nimm deine Alocasia vorsichtig aus dem Topf und entferne die alte Erde. Schau dir das Wurzelwerk genau an. Meistens findest du direkt am Stamm oder an den Wurzeln kleine Kugeln. Manche sind noch mit der Mutterpflanze verbunden, andere sind schon abgefallen und liegen lose in der Erde. Sammle sie alle ein. Du kannst sie einfach vorsichtig abknipsen.
Schritt 2: Die Vorbereitung
Wasche die Rhizome unter lauwarmem Wasser ab. Jetzt stehen wir vor einer Glaubensfrage. Soll man die braune, harte Schale entfernen oder nicht? Wenn du die Schale vorsichtig abkratzt, bis das Rhizom hellgrün oder weiß ist, keimt es deutlich schneller. Allerdings steigt auch die Gefahr, dass es fault. Für Anfänger empfehle ich, nur die lockeren Schalenreste zu entfernen und das Rhizom ansonsten intakt zu lassen.
Schritt 3: Das Wecken
Lege die Rhizome in deinen Behälter. Ich habe die besten Erfahrungen mit feuchtem Sphagnum-Moos oder Perlite gemacht. Drücke die Knollen leicht hinein, sodass die kleine Spitze nach oben zeigt. Deckel drauf und ab an einen warmen, hellen Ort. Lüfte den Behälter alle paar Tage, damit frischer Sauerstoff hineinkommt.
Methode 2: Alocasia vermehren durch Ableger
Wenn deine Pflanze schon fleißig war und kleine Babypflanzen neben sich produziert hat, ist das Alocasia Vermehren über Ableger perfekt für dich.
Nimm die ganze Pflanze aus dem Topf. Schüttle die Erde so weit wie möglich ab. Du wirst sehen, dass der Ableger mit der Mutterpflanze verbunden ist. Versuche zuerst, die Wurzeln der beiden Pflanzen vorsichtig zu entwirren. Das erfordert etwas Geduld. Schneide dann die Verbindung mit einem sauberen Schnitt durch. Wichtig ist, dass der Ableger schon eigene Wurzeln hat. Setze ihn danach direkt in einen kleinen Topf. Da er schon Blätter hat, braucht er keine hohe Luftfeuchtigkeit unter einer Haube mehr, freut sich aber über einen hellen Standort ohne direkte Mittagssonne.
Pflege nach dem Alocasia Vermehren
Rhizome brauchen Zeit. Es kann wenige Wochen oder auch mal zwei Monate dauern, bis sich etwas tut. Die wichtigsten Faktoren beim Alocasia Vermehren sind Wärme und Luftfeuchtigkeit.
Stell deine Anzuchtbox an einen hellen Ort. Eine Heizmatte kann den Prozess beschleunigen, ist aber kein Muss. Sobald das erste Blatt sprießt, ist die Freude riesig. Lass das kleine Pflänzchen aber noch eine Weile in der Box. Die Umstellung von 100 Prozent Luftfeuchtigkeit auf trockene Raumluft ist ein Schock. Gewöhne das Baby langsam daran, indem du den Deckel jeden Tag etwas länger offen lässt.
Erde für die frisch vermehrte Alocasia
Sobald die Wurzeln etwa 3 bis 5 Zentimeter lang sind und das erste Blatt stabil steht, ist es Zeit für den Umzug. Wie bei allen Zimmerpflanzen ist die Wahl des Bodens entscheidend für die Zukunft deiner Pflanze.
Kleine Alocasien reagieren sehr empfindlich auf Staunässe. Setze sie auf keinen Fall in dichte Blumenerde. Sie brauchen einen sehr luftigen Mix. Wir haben dazu einen ausführlichen Artikel geschrieben, der dir genau erklärt, welche Erde für Alocasia die richtige ist und wie du sie mischst. Nimm für den Anfang einen kleinen Topf. In einem riesigen Topf verlieren sich die Wurzeln und die Erde trocknet zu langsam ab.
Häufige Fehler beim Alocasia Vermehren
Auch wenn Alocasien sehr lebenswillig sind, kann mal etwas schiefgehen. Hier sind die Klassiker, die du beim Alocasia Vermehren vermeiden solltest.
- Zu nass: Die Rhizome dürfen nicht im Wasser schwimmen. Das Substrat soll feucht sein wie ein ausgedrückter Schwamm. Wenn es trieft, faulen die Knollen.
- Zu kalt: Unter 20 Grad passiert meist gar nichts. Die Rhizome bleiben im Winterschlaf.
- Schimmel: Wenn sich weißer Flaum auf den Rhizomen bildet, ist oft zu wenig Luftzirkulation schuld. Wasche das Rhizom ab, lüfte öfter und versuche es erneut.
Vom Rhizom zum Dschungel
Es ist ein unglaublich tolles Gefühl, wenn aus einer kleinen braunen Knolle plötzlich ein wunderschönes Blatt entrollt. Mit etwas Geduld kannst du dir so eine ganze Sammlung aufbauen oder deine Freunde mit selbst gezogenen Pflanzen beschenken. Also, worauf wartest du? Grab bei der nächsten Gelegenheit einfach mal ein bisschen tiefer in der Erde.
FAQ: Häufige Fragen zum Alocasia Vermehren
Wie lange dauert es, bis ein Rhizom austreibt? Das ist sehr unterschiedlich. Bei viel Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit kann es schon nach 2 bis 4 Wochen losgehen. Manchmal dauert es aber auch 3 Monate. Gib die Hoffnung nicht zu früh auf, solange das Rhizom fest ist, lebt es noch.
In welche Richtung muss ich das Rhizom einpflanzen? Meistens erkennst du eine leicht spitze Seite und eine flache Seite, wo es an der Mutterpflanze saß. Die Spitze muss nach oben schauen. Wenn du unsicher bist, lege das Rhizom einfach quer hin. Die Pflanze findet den Weg zum Licht von alleine.
Kann ich Rhizome auch in Wasser vermehren? Ja, das geht. Man nennt das "Puddle Method". Fülle ein kleines Gefäß nur ganz flach mit Wasser, sodass das Rhizom nur zur Hälfte bedeckt ist. Wechsle das Wasser regelmäßig.
Muss ich Rhizome sofort einpflanzen? Nein. Rhizome sind Speicherorgane und können eine Weile trocken und dunkel gelagert werden. Allerdings verlieren sie mit der Zeit an Vitalität. Am besten ist es, sie zeitnah nach der Ernte "zu wecken".